Gute Vorsätze

Alle Jahre wieder irritiere ich meine Mitmenschen in der ersten Januarwoche. Indem ich eine fortgesetzt gesegnete Weihnachtszeit wünsche. Zuletzt vorhin geschehen. – Wie wäre es jetzt mit Neujahrsvorsätzen?

Kürzlich sprach mir eine gute Freundin (und Mentorin) zum Geburtstag auf den AB:

„In deinem Blog hat sich ja lange nichts getan.“ –

Gut beobachtet, liebe Gisela. Und das hatte mehrere Gründe.
Wer jetzt mit einem Neujahrsvorsatz rechnet, nach dem ich mein Lautwert-Blog nun wieder intensiv pflege, hat sich geschnitten. Denn die Gründe für mein langes Schweigen gibt es allesamt immer noch. Es sind leider weitere dazugekommen. Stichwort KI. Wer oder besser was hat sich wohl am meisten für meinen Musikalischen Adventkalender 2025 interessiert? Und zwar für die MP3-Dateien selbst, nicht für alles Andere.

Weil ich es trotzdem nicht lassen kann, gibt es jetzt für treue Seelen etwas auf die Ohren:
Meine Vertonung aus dem Jahr 1991 von Чудная картина.

M.: Thorsten Steinhoff 1991 Schwindegg. Aufnahme: Thorsten Steinhoff 2026 Berlin Neukölln.
Russische Widmung in einem zum Geburtstag geschenkten Gedichtband mit Texten von Afanassij Fet.
Widmung zum Geburtstag: „Nur das Aller-aller-Beste wünscht dir Mascha. Ich hoffe, dass dir (diese) russische Poesie Genuss bereitet.“ · Odessa 1994

Wer mich kennt, ahnt, dass Titelbild, Audio und Bild unter dem Audio etwas miteinander zu tun haben. –
Wer mich nicht kennt, soll mich gleich kennenlernen. 😉

Meinen Geburtstag und die komplette weihnachtliche Festzeit inklusive vorausgehendem Advent verbrachte ich 1994 / 1995 in Odeça, das damals noch Odessa geschrieben wurde. Vor allem für meine liebe Mutter war das sehr hart, war es doch das erste (und einzige) Mal, dass sie mich zu Weihnachten nicht bei sich wusste. Aber das ging damals einfach nicht anders.

Über die Feier des Heiligen Abends 1994 habe ich schon einmal geschrieben.
Was ich damals ausließ war mein Geburtstag. An dem feierten wir „zufällig“ im Bayerischen Haus, das sich damals am Stadtrand von Odessa befand. Mascha, die mir den Gedichtband mit ihrer Widmung schenkte, war eine junge Freundin der Familie Kuznetsóv, bei der ich mit zwei deutschen Young Ladies wohnte. Anders als die Kuznetsóvy war Mascha des Deutschen mächtig und zwar auf extrem hohem Niveau. Kein Wunder, sie hatte an der Romano-Germanistischen Fakultät bei Lidia Golubenko (1947 – 2023) studiert.

Mascha war nicht die erste Golubénko-Studentin, die ich kennenlernte, auch nicht die erste Odessitin, die mir den zweisprachigen Fet-Gedichtband schenkte. Das ältere Exemplar steht in meinem Lüneburger Bücher-Regal.
Schon nachdem ich das Büchlein 1991 geschenkt bekommen hatte, fiel mir ein kurzes Gedicht ins Auge, das Afanassij Fet 1842 verfasst hatte. Aus rechtlichen Gründen kann ich es hier leider nicht wiedergeben. Das ist aber nicht schlimm, weil ich in den ersten Januartagen 1992 eine eigene Textfassung im Kopfe hatte, als ich die oben zu hörende Vertonung zum ersten Mal am Klavier spielte. Ich habe mir bisher nie die Mühe gemacht, meine Melodie in Noten zu setzen. Vielleicht sollte ich es jetzt tun. Bevor es irgendeine dahergelaufene generative KI macht und meine Lyrik-Vertonung als ihr Eigentum ausgibt.

Na, das ist doch mal ein Neujahrsvorsatz. 🙂 …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert